Am 26. August hat die US-amerikanische Regierung das italienische IT Kollektiv Autistici/Inventati als terroristische Initiative eingestuft und mit Sanktionen belegt. Alles in den USA liegende Eigentum (in dem Fall im Wesentlichen Server) wurde beschlagnahmt. Von den Sanktionen betroffen sind auch Unternehmen und Organisationen, die mit A/I kooperieren.
Das Kollektiv betreibt verschiedene Internetdienste für linke, anarchistische, antifaschistische und antimilitaristische Initiativen in Europa und den USA, darunter ein Mailservice und die Plattform noblogs.org, die seit heute morgen mit Schwierigkeiten kämpfen.
Hier die offizielle Presseaussendung des amerikanischen Finanzministeriums,, mit der Begründung, dass das Kollektiv Infrastruktur für terroristische Gruppen bereitstelle. Hier gibt es eine gute Beschreibung des Kollektivs, das im Umfeld der G8 Proteste in Genua 2001 entstanden ist (Englisch), hier eine Stellungnahme des Kollektivs selbst (ebenfalls Englisch), und hier einen deutschen Artikel von netzpolitik.org, der erklärt, was geschehen ist, und worum es geht.
Betroffen war auch die deutsche Initiative Rheinmetall entwaffnen, die in der kommenden Woche ein Camp in Köln plant, und deren Webseite ebenfalls zeitweise nicht erreichbar war.
Der Fall ist doppelt besorgniserregend. Einerseits ist es ein weiterer Schritt zur Kriminalisierung von antifaschistischen Initiativen. Antifaschismus mit Terrorismus gleichzusetzen, ist dermaßen absurd, dass man es eigentlich ignorieren sollte, wenn es nicht so gefährlich wäre. Andererseits ist es auch ein Schlag gegen unabhängige, sichere Provider von Internetangeboten jenseits der großen amerikanischen Plattformen mithilfe der Terrorismuskeule.